In meiner Kunst spiegelt sich für mich die Vielschichtigkeit des Lebens wider. Ich halte sie einerseits mit starker Farbigkeit und andererseits mit einer Reduktion auf Schwarz und Weiß fest.
Die farbige Malerei mit Pigment, Acryl, Pastell, Tempera und Aquarell kombiniere ich mit kräftig festsitzenden Pinselstrichen und sanft aufgetragenen Farboberflächen. Mal ist es ganz ruhig und still auf der Leinwand, mal geraten die kräftigen Farben in Extase. Wilde Strukturen, die Raum greifen, sich entfalten und Wege bahnen treffen bei mir auf klar definierte Formen, die figurale Assoziationen erlauben. Es werden Bilder gemalt, übermalt und neue entstehen, und diese Vielschichtigkeiten lassen eine neue Dimension erscheinen.
In einer prägenden Phase meiner künstlerischen Entwicklung haben mich der Schmerz, die Beschäftigung mit meinem Körper, zu dem Thema „Körperrhythmus“ und bei der Maltechnik zu einer Reduktion auf Schwarz und Weiß geführt. Schwarz/Weiß heißt für mich entweder/oder. Die weiße unberührte Fläche der Leinwand bekommt durch einen Abdruck meines Körpers Schwarz und Grautöne. Sie wird damit zu einen Ausdruck meiner inneren Emotionen. Durch die wiederholte Bewegung meines Körpers entstehen Rhythmen – von innen nach außen. Die bewussten Körperabdrücke finden auf dem Bild einen eigenen Rhythmus. Es ist der Augenblick, das hier und jetzt den ich einfange. Mein Körper bewegt sich dabei schnell und mal langsam. Die Musik die mich begleitet ist mal laut und leise und inspiriert mich zu Zwischentönen in der Stärke des Farbabdrucks.
Diesen Zwischentönen verschaffe ich verstärkt in meinen aktuellen Werken ein neues Gehör und durchbreche den schwarz/weiß Rhythmus mit einer bewusst gewählten zweiten und dritte Farbe. Durch diesen neuen Schritt wird aus entweder/oder ein vielleicht und ein neuer Rhythmus entsteht.